31.07.14

Ansichtssachen (Teil 1: Israel - Palästina)

Mir scheint weder die Anti-Israel-Propaganda, die in Deutschland um sich greift, hilfreich zu sein, noch die reflexartige Kritik an jeder Israel-Kritik. Wer einseitig Israelis oder Palästinensern zur Seite springt, verkennt die Komplexität des Konfliktes. (Niels Koschoreck)



Israel / Palästina

 

 

 

Pro Israel?

Pro Palästina?

Einschätzung der Situation

Die Tatsachen sind eindeutig: Eine islamistische Terrororganisation, die seit sieben Jahren die Herrschaft über 1,8 Millionen Menschen im Gazastreifen ausübt (de facto reicht ihr Einfluss deutlich länger zurück), läutet nach 2008/2009 und 2012 die dritte Runde im ewigen Jihad gegen den jüdischen Staat ein. Nachdem sie in dieser Zeit mit mehr als 12.000 Raketen den Menschen in Südisrael das Leben zur Hölle gemacht hat, verfügt sie zu Beginn der dritten Runde über ein Arsenal von ca. 10.000, vor allem über Tunnel aus Ägypten eingeschmuggelte Raketen mit deutlich größerer Reichweite. [...] Die Hamas "benutzt diese Bevölkerung, um ihre Waffendepots und Kommandozentralen zu schützen, sie flüchtet in Ambulanzwagen, schießt aus Krankenhäusern, deponiert (bisher in zwei Fällen nachgewiesen) gar Raketen in Schulen – und missbraucht auch Moscheen, sie lässt eiskalt alle Toten, selbst die eines natürlichen Todes gestorbenen und die ermordeten “Verräter”, für die Idioten im Westen als Opfer Israels in die Statistik eingehen.

(Claudio Casula)


Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass alle Israelis – ja alle – die Leben der Kinder schützen würden, wenn sie könnten. Auch die Menschen in der Regierung. Abgesehen von Verrückten will niemand, dass ein Kind stirbt. Das sage ich nicht, weil ich eine verblendete zelotische Zionistin bin, sondern weil ich es weiß.

(Sabine Brandes)


Niemand tut mehr zum Schutze von Zivilisten als Israel und niemand weniger als die Hamas. Alles Fakten.

(Kommentar auf Spiegel online)

 

Meine so aggressiv Israel-kritischen, linken Freunde in Zehlendorf pflege ich zu fragen: "Und wie wäre euch zumute, wie würdet ihr reagieren, wenn bei euch im hübschen Garten die Raketen einschlügen (60 an einem Tag in Israel: 7. Juli 2014; 80 am 10. Juli), wenn der Schulbus eurer Kinder von Granaten zerfetzt würde, wenn ihr nur unter Lebensgefahr eure Davidoff-Zigarren, euren La-Tour-de-By-Bordeaux, eure Almond-Soap kaufen könntet?"

(F. J. Raddatz)

 

Es steht aber außer Frage, auf welcher Seite die größeren Verbrechen verantwortet werden. [...]

Es hat schon eine besondere Note, sich hinter Kindern zu verstecken und dem, der zurück schießt dann vorzuwerfen, er wäre ein Kindermörder.

(Kommentar osarchen)

 

 

 

 

 

 

Die in Richtung Israels gegrabenen hunderte Tunnel dienen vor allem Terrorzwecken. Über das unterirdische System gelangen Waffen und Terroristen nach Israel, um Anschläge zu verüben.

 (Johanna Holler)

Rund 10.000 Palästinenser wurden in den vergangenen 25 Jahren von den Israelis umgebracht. Davon starben alleine in den vergangenen sechs Jahren rund 2.000 Palästinenser durch israelische Kriegsmaßnahmen: Durch Angriffe mit Drohnen, Kampflugzeugen, Panzern oder durch Schussverletzungen aus Maschinengewehren. Dem stehen seit 2008 rund 40 durch den militärischen Arm der Hamas (es gibt nicht "die Hamas", wie ebenfalls in den Massenmedien gerne getan wird und damit das Kriegs-Vokabular Israels übernommen wird) ermordete Israeli gegenüber. Die meisten Opfer der Israelis waren eigene Soldaten.

(AutorTom)

 

Auch spielende Kinder sind Ziele der technisch hochgerüsteten israelischen Armee. Gestern (28-7) wurden 10 Kinder (3 – 7 Jahre alt) in einem Garten in Gaza beim Spielen mit zwei Raketen getötet. Bis gestern (28.7.14) hat Israel mindestens das Leben von insgesamt 1044 Palästinenser ausgelöscht. Die meisten davon Kinder, Frauen und alte Leute. Auch 7000 Palästinenser wurden verletzt über 250.000 sind geflüchtet aus Angst um ihr Leben. Wenn das alles kein Kriegsverbrechen ist, weiß ich nicht.

(Kommentar auf Spiegel online)

 

Für die neue „Spirale der Gewalt“ hätten die Medien aber auch den 15. Mai nehmen können, als israelische Soldaten zwei Jugendliche, die mit Steinen gegen die Besatzungsarmee vorgegangen sind, erschossen und 11 weitere verwundeten. Die Medien berichteten zwar darüber, vergaßen den Vorfall aber schnell. Seit 2014 wurden 22 Palästinenser getötet und über 1 200 verwundet. Der Kontext wurde bei dem jüngsten Zwischenfall ausgeblendet.

(Ludwig Watzal)


Die Hamas hat Rückhalt in der Bevölkerung - aber das ist ja auch erklärbar. Wer mein Land besetzt, mich einsperrt und unter lebensunwürdigen Umständen ohne Chance dahinvegetieren läßt, der macht es mir leicht, Leuten hinterherzurennen, die Hass predigen.

(Kommentar auf Spiegel online)

 

 

 

 

Der Vorwurf, die Hamas missbrauche die Gaza-Bevölkerung als „menschliches Schutzschild“, ist eine Behauptung der israelischen Regierung, standardmäßig auch von den Medien erhoben, aber auch standardmäßig nicht belegt. Etliche Studien vom Goldstone-Bericht bis hin zu Untersuchungen von Amnesty International haben Israels vergangene Gaza-Kriege genau untersucht. Sie fanden keinen einzigen Fall, der den rituellen Vorwurf, Hamas nutze Gaza-Bewohner als Schutzschilde, erhärtete.

(David Goeßmann)

 

 

Der Hauptzweck der Tunnel [in Gaza] lag schlicht darin, die 1,8 Millionen Palästinenser im Gazastreifen mit Essen, Wasser und Gütern des täglichen Bedarfs zu versorgen. Natürlich wurden darüber auch Waffen transportiert - aber eben nicht nur und auch nicht hauptsächlich. Denn seit 2006, also seit acht Jahren, baut Israel das weltgrößte Gefängnis, das Gaza Ghetto, in dem es die 1,8 Millionen Araber, eben Palästinenser, gefangen hält.

(AutorTom)

 

 

 

Die Rolle der (deutschen) Medien

[...] man [spielt] dem mörderischen Kalkül der Islamisten in die Hände, indem man auf die zivilen „Opfer“ fokussiert. Stand heute (Tag 18 des Krieges) ist in deutschen Medien grundsätzlich von über 800 getöteten „Palästinensern“ die Rede; in Israel kursieren nach Rückmeldung der Armee realistische Zahlen von bisher 300-500 getöteten Hamas-Terroristen, was mehr oder weniger bedeuten würde, dass auf einen getöteten Zivilisten ein Hamas-Terrorist kommt, aber die interessieren weder Spiegel online noch die Süddeutsche Zeitung. Diese machen auf gewohnte Weise Stimmung.

Claudio Casula

 

Diese (Casulas)  Ausführungen werden "natürlich- nie den Weg in die Mainstream-Medien dieses Landes finden". 

"Ein Land, das gleichzeitig zulässt, dass Horden von zugewanderten Antisemiten Parolen wie “Juden ins Gas” skandieren und das sich eine Medienlandschaft leistet, die in ihrer verlogenen Schamlosigkeit sogar noch die ‘Aktuelle Kamera’ der DDR in den Schatten stellt…."

(Kommentar Thomas Schlosser)


Zum Beispiel schildern viele Journalisten in ihren Berichten, wie viel stärker Israels Militär verglichen zu den palästinensischen Kämpfern ist. Viele Leser empfinden dann automatisch Mitleid für den Schwächeren – die Palästinenser – und verurteilen Israel.

(Ursula Götz)


Die Presse will meistens auf der Seite der "Schwächeren" sein - und da wirkt ein Land, das sich nicht einmal vernünftig gegen friedlichen Landraub verteidigen kann (außer mit gelegentlichen Anschlägen verstreuter Gruppen) natürlich ganz anders als eines, das eine starke Regierung mit koordinierter Armee, Atomraketen und die Unterstützung der USA und diverser anderer westlicher Länder hat.

Blöderweise gibt es aber natürlich auch auf der Seite der Palästinenzer mehr als genug Aggression.

(Kommentar Mirko Schenk)


Es wäre übertrieben, zu behaupten, dass die Mehrheit der deutschen Presse grundsätzlich israelfeindlich berichtet. In den Artikeln selbst erfolgt ja meistens eine etwas differenziertere Darstellung aller Ereignisse und ihrer ursächlichen Beziehungen. Aber die Überschriften zeigen, dass die deutsche Presse sich mit der Benennung mancher Aspekte des Konflikts tatsächlich schwerer zu tun scheint als mit anderen. Es scheint ihr schwer zu fallen, die Hamas überhaupt zu erwähnen, vor allem an prominenter Stelle. Noch schwerer scheint es ihr zu fallen, der Hamas eine Verantwortung (oder auch nur Mitverantwortung) für die Ereignisse zuzuschreiben.

(Anatol Stefanowitsch)

 

Über kaum ein anderes Land der Welt wird in bundesdeutschen Medien so kritisch berichtet wie über Israel. Israel ist folgerichtig in den Augen der Mehrheitsbevölkerung schuld an Elend und Zerstörung in Nahost.

(Johanna Holler)

Im Konflikt zwischen Israel und Palästina kommt es ebenfalls immer wieder zu einer einseitigen, proisraelischen Berichterstattung. Durch eine De-Kontextualisierung der Ereignisse erscheinen die Maßnahmen der israelischen Besatzungsmacht, egal wie brutal, überzogen und unmenschlich sie auch sein mögen, als irgendwie gerechtfertigt, im Sinne einer legitimen „Selbstverteidigung“ liegend, wie zum Beispiel das Massaker an der Zivilbevölkerung des Gaza-Streifens um die Jahreswende 2008/9, bei dem 1 400 Zivilisten ums Leben kamen.

(Ludwig Watzal)

 

Palästinenser sind immer „Terroristen"

Ob es sich um die regelmäßigen Bombardements im Libanon, wie zum Beispiel im Sommer 2006 handelt, oder das Massaker im Gaza-Streifen um die Jahreswende 2008/2009, bei dem zirka 1 400 Zivilisten zu Tode kamen, legitimiert die deutsche politische Klasse diese Verbrechen mit dem „Recht auf Selbstverteidigung" des israelischen Staates gegenüber „Terroristen". Nie stellen die Medienvertreter - von Politikern kann man so etwas sowieso nicht erwarten - die Frage nach den Ursachen.

 (Ludwig Watzal)

 

Viele Medien in Deutschland üben political correctness. Deutscher: sie wagen immer noch nicht, das Maul aufzumachen, wenn es um Amerikas Lieblingsstützpunkt geht.

(Peter Hockenholz)


Jeder, der es derzeit wagt, Tötungen von Palästinensern durch Israel zu kritisieren, wird in Deutschland gerne an den "Juden-Hasser-Pranger" gestellt.

[...] Doch ist es geradezu symptomatisch für das Kartell der Völkermords-Verschweiger, dass unter Hunderten deutschen Medien diese Menschenrechtsorganisation und ihre tägliche Toten-Statistik schlicht ignoriert wird. Lediglich ein paar Schweizer oder österreichische Medien (wie der ORF) integrieren Angaben der PCHR in ihre Berichterstattung.

(AutorTom)

 

Die Welt verschließt die Augen vor den Massakern, die seit jahren Israel an den im Gazagebiet und Westjordanland lebenden Arabern begeht.

(R. T. Erdogan)

 

Die deutschen Medien weichen kaum ab von den Hauptpfeilern der Konflikt-Darstellung der israelischen Regierung, der US-Administration und europäischer Staaten. Die Eskalation begann danach mit der Tötung von drei israelischen Jugendlichen. Die Regierung machte die Hamas verantwortlich für die Morde und startete eine Großoffensive gegen Hamas-Mitglieder.

(David Goeßmann)

 

Aber hat die israelische Regierung nicht das Recht, sich gegen die Raketen der Hamas auch mit militärischen Mitteln zu verteidigen? Kommentare und Berichte in den deutschen Mainstreammedien lassen daran keinen Zweifel.

(David Goeßmann)

 

Deutschlands Rolle

Manchmal habe ich den Eindruck, dass dieses verbissene Beharren “der” Deutschen auf der Ansicht, dass, “die Israelis ja schließlich den Palästinensern ungerechterweise ihr Land geklaut haben und das sie es ihnen nun gefälligst wieder zurückgeben sollten”, die unterbewusste Reaktion auf ein rund 70jähriges Langzeittrauma ist. Deutschland hat in den beiden Weltkriegen mehr als 1/3 seines Hoheitsterritoriums verloren. Nun sollen, wie es scheint, die Palästinenser für sie -quasi symbolisch-stellvertretend- die verlorene Heimat zurückholen [...]. Also projiziert man seine verdrängten Wünsche kompensatorisch auf den Nahostkonflikt, um so seine emotionalen Verletzungen zu lindern.

(Kommentar Martin Wessner)


Die aus dem Holocaust resultierende Verantwortung verpflichtet gewiss nicht dazu, jeder israelischen Regierung nach dem Mund zu reden. Sie verpflichtet aber, und das erwarten die Israelis, zu Solidarität.

(Daniel Brössler)

 

 

Ich habe noch niemals aus dem Mund von Westerwelle und Frau Merkel gehört, dass sie sich explizit für das Existenzrecht der Palästinenser einsetzen - im Gegenteil: bei der UNO haben sie (mit den USA) massivst Druck auf andere Staaten ausgeübt, den Palästinensern das Recht auf Anerkennung auf einen eigenen Staat zu verweigern.

Eine grundlegende Erkenntnis aus der deutschen Geschichte müßte die unangefochtene Anerkennung des Völkerrechts sein - kein Land dieser Welt hat das Recht, ein anderes Land zu besetzen, und deren Bewohner tagtäglich zu drangsalieren. Diese Erkenntnis haben die deutschen Politiker noch nicht gewonnen.

(Kommentar luxpower96)


Das offizielle Deutschland ist parteiisch auf Seiten des Staates Israel und wird es immer blind sein und begründet dieses noch moralisch mit "Verantwortung". Und sollte einmal die Blindenklappe einen Spalt Erkenntnis reinlassen, wird der Zentralrat die Deutsche Politik schon maßregeln.

(Kommentar gettop)