23.04.16

Das Paradies wird in der Kunst verteidigt - Thomas von Steinaeckers Roman "Die Verteidigung des Paradieses"

Nennen Sie ein altes deutsches Volkslied. Ihnen fällt keines ein? Dann wählen Sie unter diesen dreien:

A. „Am Brunnen vor dem Tore“
B. „Ich war noch niemals in New York"
C. „99 Luftballons"
Thomas von Steinaecker (Foto: Dirk Skiba)

Alles relativ, sagen Sie? Was alt ist, bestimmt Gott Chronos, was ein Volkslied ist, der Volksgeschmack, und was deutsch ist… ja, wer bestimmt das eigentlich? Die Sprache, das Land, die Eltern, die Haltung zur Welt? Oder ist es gar die Erbausstattung?

In Thomas von Steinaeckers neuem Roman Die Verteidigung des Paradieses, dessen Erzähler die genannten Lieder unterschiedslos zur Kategorie „Altes deutsches Volkslied“ zählt, sehen wir einem Menschen bei den Schwierigkeiten zu, sich daran zu erinnern, was es einmal geheißen haben mag, deutsch zu sein.

Denn die Welt, wie wir sie kennen, ist untergegangen, und die Welt, wie wir sie uns für die Zeit danach vorstellen, gleich mit. EIN Weltuntergang reicht diesem Roman nicht, es kommt gleich zweifach hart für die Figuren. Ein doppelter Untergang muss also erst stattfinden, damit erzählt werden kann - frisch, fromm, fröhlich, frei, wie man in Deutschland einst sagte. Später wird es dann nicht mehr ganz so fröhlich und frei, dafür ein wenig frommer. Es ist eine Post-Post-Apokalypse, doch offenbart wird, soviel kann man verraten, den letzten Menschen fürs Erste nicht viel.


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